Tonsillotomie

HNO Zentrum Münsterland

Eingriffe an den Gaumenmandeln (Tonsillen) zählen zu den häufigsten Operationen im Fachgebiet der Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde.
Bei der Vergrößerung der Gaumenmandel (Tonsillenhyperplasie) im Kindesalter stehen Beschwerden wie Schnarchen, Atmungsbehinderung, Schlafapnoe, Schluckbeschwerden sowie Ess- und Gedeihstörungen im Vordergrund. Meist sind von der Tonsillenhyperplasie kleine Kinder betroffen. Davon zu unterscheiden ist die chronische Mandelentzündung (chronische Tonsillitis), bei der es mehrmals im Jahr zu antibiotikapflichtigen Entzündungen im Bereich der Gaumenmandel kommt.
 
Zur Therapie der Tonsillenhyperplasie bietet sich das minimal-invasive Verfahren der Tonsillotomie an, welches wir alternativ zur klassischen Entfernung der Mandel (Tonsillektomie) durchführen. Das Prinzip der Tonsillotomie besteht in der beiderseitigen teilweisen Entfernung der vergrößerten Tonsillen. Die Tonsillotomie erfolgt in der HNO-Abteilung des St. Franziskus-Hospitals mithilfe der monopolaren, mikrochirugischen Radiofrequenztherapie. Die Schnittführung durch die hyperplastischen Tonsillen wird so gelegt, dass die Resektionsgrenzen unmittelbar vor den Gaumenbögen liegen. Die Schleimhaut, die Muskulatur der Gaumenbögen und die Gefäße am oberen und unteren Tonsillenpol werden vollständig geschont. Funktionstüchtiges lymphatisches Tonsillengewebe verbleibt. Die Radiofrequenztherapie gilt vergleichsweise zu anderen Verfahren als besonders gewebsschonend, so dass das verbleibende Tonsillengewebe möglichst gering traumatisiert wird. Die Nachblutungsrate und die postoperativen Schmerzen sind geringer als bei der ansonsten üblichen kompletten Entfernung der Gaumenmandeln.